Shiatsu

Eine fernöstliche Methode zur ganzheitlichen Behandlung für Körper, Geist und Seele ist oft nur einen Fingerdruck entfernt.

Shiatsu gewinnt auch in Österreich immer mehr an Beliebtheit. Gerade der ganzheitliche Ansatz dieser fernöstlichen Massagetherapie unterscheidet diese von der herkömmlichen Massage und macht sie so attraktiv. Aber was ist Shiatsu eigentlich, wo findet es Anwendung und wie fühlt sich so eine Ganzkörpermassage wirklich an? VITA hat den Selbsttest gemacht und klärt auf. Shiatsu – der Fingerdruck für mehr Qi.

Was ist Shiatsu?

Shiatsu ist eine fernöstliche, ganzheitliche Massagetechnik und bedeutet, wortwörtlich aus dem Japanischen übersetzt, „Fingerdruck“. Aber bei Shiatsu geht es, anders als bei herkömmlichen Massagen nicht rein um muskuläre Entspannung oder muskuläre Schmerzlinderung, sondern um die Lösung der Blockaden in den Energiebahnen unseres Körpers. Diese lassen Energie, genannt Qi, durch unseren Körper strömen und können gegebenenfalls durch Stress, Belastungen oder anderen Auslöser blockiert sein. Dies führt dann oftmals zu Beschwerden wie Verstimmungen, Verspannungen oder sogar organischen Problemen. Energiebahnen im Shiatsu werden Meridiane genannt. Jeder Meridian lässt Energien zu unterschiedlichen Organen fließen. Sie beeinflussen nicht nur unsere Organe in ihrer Tätigkeit, sondern auch unsere Stimmungen und somit zählt die Shiatsu-Ganzkörpermassage zu den ganzheitlichen Ansätzen fernöstlicher Medizin. Sind die Meridiane frei und kann die Energie gut fließen, spricht man von einem Einklang zwischen Qi, Körper und Geist. Durch den Druck auf die Meridiane im Shiatsu werden Impulse gesetzt, die dazu führen, dass die Energie wieder frei im Körper fließen kann.

Die Anwendungsbereiche

Shiatsu findet in vielen Bereichen Anwendung. Es ist eine Methode um präventiv den Körper zu stärken und so zu verhindern, dass Krankheiten im Körper entstehen oder chronisch werden. Ein paar Beispiele der Anwendungsgebiete:

  • Migräne und Kopfschmerzen
  • Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich, sowie Muskelverspannungen allgemein und Schmerzen im Rücken
  • Probleme mit Gelenken, dem Unterleib, dem Magen-/Darmtrakt oder bei Wechselbeschwerden
  • Stress, Unruhe, Burnout, Schlafprobleme
  • unterstützend in der Schwangerschaft oder bei seelischen/geistigen Belastungen und Problemen

Der Ablauf einer Behandlung

Nach einem ersten Gespräch über Beschwerden und dem allgemeinen Gesundheitszustand werden oft auch Wünsche besprochen und die Behandlung kurz erklärt. Shiatsu wird dann am Boden mit einer Matte durchgeführt. Dabei bleibt man in gemütlicher Freizeitkleidung angezogen und entspannt am Boden auf der Matte liegen. Der Shiatsu-Therapeut, oder die Shiatsu- Therapeutin, arbeitet mit seinen/ihren Fingern, Händen, Ellenbögen und Knien und übt so sanften Druck mit seinem Körpergewicht aus. Es geht hier tatsächlich nicht um Muskelkraft, die ausgeübt wird, sondern um gezielten Druck mithilfe des Gewichtes. Dabei werden oft auch Rotationen durchgeführt, wie Drehungen und rhythmische Bewegungen am Körper. Man selbst liegt dabei vollkommen entspannt und lässt den Körper und die Gliedmaßen ebenfalls entspannt. Nur der Therapeut/die Therapeutin führt die Bewegungen und Rotationen aus.

Wie fühlt sich Shiatsu an?

In einem VITA-Selbsttest haben wir getestet, wie sich Shiatsu wirklich anfühlt und können berichten, dass es nicht schmerzt. Auch wenn nicht alle Meridiane so flossen, wie sie hätten fließen sollen und die Blockaden gelöst werden mussten, war die Behandlung selbst sehr entspannend. Die einzige Schwierigkeit, die sich zeigte, war, dass es nicht leicht ist, Bewegungen passiv an seinem Körper zuzulassen. Immer wieder wollten sich die Muskeln einmischen. Dem Therapeuten/der Therapeutin zufolge würde jeder Mensch anders auf die Therapie reagieren, so vernehmen viele ein Kribbeln, das bis zu einer Woche lang spürbar sein kann. Das Kribbeln hielt bei unserem Selbsttest keine Woche an, war aber kurz nach der Behandlung zu spüren. Nach der Behandlung haben wir uns gefühlt, als hätten wir erholsam geschlafen.

Wie wirkt Shiatsu auf den Körper?

Shiatsu kann dabei helfen, das allgemeine Wohlbefinden zu steigern, Stimmungen zu heben und Verspannungen zu lösen. Viele muskulöse Spannungen, organische Beschwerden oder Verstimmungen im Körper und im Geist sind auf Blockaden in den Meridianen zurückzuführen. Werden diese gelöst und können die Energien wieder frei fließen, kann der Körper besser heilen und neue Kraft entwickeln. Auch auf den Geist wirkt Shiatsu positiv, so kann es bei depressiven Stimmungen aufhellend unterstützen und auch neben psychotherapeutischen Behandlungen ergänzend durchgeführt werden.

Text: VITA-Redakteurin Antonia Pichler 

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